Stuttgart: Werkstatttag „Wer darf heimaten?“ am 7. November im Württembergischen Kunstverein

 Stuttgart – Wer darf dazugehören, mitgestalten und über Zugehörigkeit entscheiden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der eintägige Werkstatttag „Wer darf heimaten?“, der am 7. November im Württembergischen Kunstverein stattfindet. Die Veranstaltung ist Teil des vom Haus der Kulturen der Welt (Berlin) initiierten heimaten-Netzwerks und bringt in Stuttgart künstlerisches, biografisches, institutionelles und Community-Wissen miteinander in Austausch. Mit Beiträgen von: Leyla Ercan, Youssef Maghrebi, ZEBRAS Collective und Afghan Next Generation.

Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Welche Räume und Formate brauchen Kunst und Demokratie gerade? Und wer braucht diese Räume besonders?
Das Konzept von heimaten versteht Heimat nicht als festen Ort, sondern als offenen, vielfältigen Prozess des Beheimatens. Daran knüpft der Werkstatttag an. Denn Zugehörigkeit und Ausschluss entstehen nicht abstrakt, sondern in konkreten gesellschaftlichen und institutionellen Zusammenhängen. Kulturinstitutionen, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Räume können Orte der Begegnung und Teilhabe sein, zugleich aber bestehende Machtverhältnisse reproduzieren. Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch Mitbestimmung, und Diversität führt nicht zwangsläufig zu einer gerechteren Verteilung von Ressourcen und Entscheidungsmacht.
Eintritt frei, Anmeldung unter: https://heimaten.eventbrite.de/
Termin: 7. November
Ort: Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart (Eingang Stauffenbergstr.)
Neben einem vielfältigen Programm erwartet Sie auch ein kostenfreies afghanisches Essen, das zum gemeinsamen Genießen und Austausch einlädt.
Kuratiert und moderiert von Paula Kohlmann und Vatan Ukaj.
„Wer darf heimaten?“ ist ein Projekt im Rahmen des heimaten-Netzwerkes.
Die Veranstaltung wird durchgeführt von WERTansich(t) in Kooperation mit der ifa-Galerie (Institut für Auslandsbeziehungen) und dem Württembergischen Kunstverein.
Das Projekt „Afghanische Diaspora” in Kooperation mit Lernort Geschichte wird gefördert von der Stadt Stuttgart, Abteilung Integrationspolitik und ist mit dabei.
Das heimaten Netzwerk ist eine Initiative von Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von heimaten, gefördert durch Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Programm
Teil 1 brainfood: Machtkritik und Zugehörigkeit
14:00 Uhr Beginn
14:20 Uhr Input und Gespräch Leyla Ercan
14:40 Uhr World-Café Runde 1: Welche Räume braucht es jetzt? Wer braucht diese Räume besonders?
15:30 Uhr Pause
Teil 2 soulfood: Humor und Heimat
15:45 Uhr Comedy von Youssef Maghrebi mit anschließendem Gespräch
16:30 Uhr World-Café Runde 2: Vertiefung
17:00 Uhr Abschlussrunde Werkstatt: Was können wir aktiv tun? Was nehmen wir mit?
Teil 3 heartfood: Musik und gemeinsames Essen
17:30 Uhr Musik “Another Alphabet Playlist” mit: Yalin & Jenny (ZEBRAS Collective)
18:00 Uhr Essen von “Afghanische Diaspora”
18:30 Uhr Konzert von Emal Parwani
21:30 Uhr Ende

Ausführliche Beschreibungen Programm und Gäste
Kültürmültür! Oder: Warum wir eine radikale Entwallraffisierung des Kultursektors brauchen.
Input und Gespräch mit Leyla Ercan
Als Leyla Ercan ihre Arbeit am Theater begann, wurde sie am ersten Tag gefragt, ob sie über ein „Türkenförderprogramm“ gekommen sei. Die Frage unterstellte, Menschen wie sie seien in diesen Räumen keine Normalität, sondern eine Ausnahme. Solche Erfahrungen schildern viele migrantisierte und rassifizierte Menschen im Kulturbereich. Der Input fragt, warum es so schwierig ist, sich als migrantische Person im deutschen Kulturbetrieb heimisch zu fühlen, und was das alles mit Günter Wallraff zu tun hat.
Leyla Ercan ist Kulturmanagerin, Kulturberaterin und Referentin. Sie begleitet Kulturinstitutionen in Diversitätsentwicklungs- und Öffnungsprozessen und berät zu kritischen kulturellen Praktiken wie diskriminierungskritischem Kuratieren und vielfaltsbewusstem Erzählen. Zuletzt war sie am Niedersächsischen Staatstheater Hannover für Diversitätsentwicklung in Programm, Publikum und Personal zuständig.

Kopf Hoch!
Comedy und Gespräch Youssef Maghrebi
Mit Humor und Herz erzählt Youssef Maghrebi von Erfahrungen zwischen zwei Kulturen. Wo Worte schwerfallen, öffnet Comedy Räume: Sie macht Zugehörigkeit, Zuschreibungen und Alltagsrassismus verhandelbar und lässt gemeinsam lachen, auch über das, was wehtut. Im Anschluss kommt das Publikum mit ihm ins Gespräch.
Youssef Maghrebi ist Schauspieler, Comedian und Sohn tunesischer Gastarbeiter. Er hat Schauspiel studiert, größere Rollen in Film und Fernsehen gespielt und arbeitet als Theaterpädagoge an Schulen, in der Bildungsarbeit und auch im Gefängnis. Am 18. November 2026 spielt er sein Solo „Kopf hoch“ im Theaterhaus Stuttgart.

„Another Alphabet Playlist“ (heimaten Special Edition)
Musik, gemeinsames Hören und Mitmachen mit Yalin & Jenny (ZEBRAS Collective)
„Let’s merge our music bubbles! It’s time to beat the computer-generated algorithm! Together as humans!“ Yalin und Jenny legen Songs auf, deren Lyrics weder auf Englisch noch auf Deutsch sind. Denn trotz 100 Millionen Titeln machen uns die Algorithmen der Streaming-Dienste immer nur ähnliche Vorschläge. Alle sind eingeladen, die Playlist mit eigenen Songs mitzugestalten. Also: Songs mitbringen und vor allem gemeinsam zuhören!
Das ZEBRAS Collective ist ein in Stuttgart gegründetes interkulturelles Kunst- und Kreativkollektiv, das durch Film, Illustration, Musik und Workshops interkulturelle Brücken schlägt und die Sichtbarkeit von Menschen mit Migrationsgeschichte – insbesondere aus südostasiatischen Communities – stärkt
Ya Lin Yi hat chinesische Wurzeln und ist für ihr Informationsdesign-Studium nach Stuttgart gezogen. Sie fotografiert leidenschaftlich gern und will im ZEBRAS Collective die Sichtbarkeit der asiatischen Diaspora im Raum Stuttgart stärken.
Jenny Le hat vietnamesische Wurzeln und gerade ihren Bachelor in Journalismus abgeschlossen. Mit ihren Social-Media-Kenntnissen und ihrem Interesse an Bewegtbild möchte sie die asiatisch-deutsche Community in Stuttgart erweitern.

Afghanisches Diaspora Festival
Workshop, gemeinsames Essen und Konzert
Next Afghan Generation, Konzert: Emal Parwani
Kultur erleben, Begegnungen schaffen und gemeinsam feiern: Im Mittelpunkt stehen afghanische Kultur, Identität und Gemeinschaft, besonders die Stimmen junger Afghan. Den Auftakt bildet ein Workshop, in dem Erfahrungen geteilt und Fragen von Identität und Leben in der Diaspora besprochen werden. Danach wird mit traditionellem afghanischem Essen und Live-Musik gefeiert. Eingeladen sind alle, die die afghanische Kultur kennenlernen, neue Menschen treffen und sich mit verschiedenen Communities vernetzen möchten.
Die Afghanische Diaspora Community versteht sich als Plattform für afghanische Kultur, Identität und Austausch in Stuttgart, mit besonderem Fokus auf junge Stimmen. Sie bringt Menschen aus der afghanischen Community und anderen Communities zusammen. Das Projekt „Afghanische Diaspora” in Kooperation mit Lernort Geschichte wird gefördert von der Stadt Stuttgart, der Abteilung Integrationspolitik und ist dabei. 

 Das heimaten Netzwerk ist eine Initiative von Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von heimaten, gefördert durch Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

https://heimaten.hkw.de/

 Das heimaten Netzwerk ist eine Initiative von Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von heimaten, gefördert durch Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.